Manna

Abschied nehmen und was bleibt dann?

19. März 2019, holger -

Zwei Menschen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis sind in diesem Monat verstorben und wurden am gleichen Tag beerdigt. Fast zur gleichen Uhrzeit, nur an unterschiedlichen Orten, so dass ich mich für eine Beerdigung entscheiden musste. Keine einfache Entscheidung, wem man da die letzte Ehre geben soll. 

Vorweg: beide Menschen waren im Rentenalter, haben jeweils eine längere Leidens- und Krankengeschichte hinter sich und trotzdem trennten beide Personen ganze zwei Generationen voneinander.

Meine Entscheidung beruhte auf dem intensiveren Kontakt in den letzten Jahren und trotzdem kannte ich von den Trauernden auf dem Friedhof fast niemanden. Ein paar Gesichter hatte ich kurz vorher im Krankenhaus das erst mal gesehen, als sich der Krankheitszustand noch einmal so deutlicher verschlechtert hatte und so dass es eigentlich keine Hoffnung auf Heilung mehr gab.

Aufgeben gab es nicht

Das Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Wie ein Mensch, der immer einen starken Lebenswillen hatte, trotz aller widrigen Umstände. Der in letzten Jahren mehrmals dem Tod – im wahrsten Sinne des Wortes – von der Schippe gesprungen ist. Nie öffentlich gejammert hat, sondern nach vorne geblickt hat, nun lag er da mit gebrochenem Willen und darauf wartend, dass es vorbei ist. Es mag makaber klingen, Gott sei Dank dauerte es nicht so lange.

Was bleibt, wenn Menschen sterben? Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, Erzählungen und Geschichten. Gute und schlechte. Zum Glück kann das Gedächtnis die positiven Erinnerungen – wenn sie vorhanden sind – präsenter abspeichern als die negativen. Vielleicht ist es die Art des Körpers mit Leid umzugehen. Es ist da, wird aber überlagert von Dingen, an die man sich gerne und mit Freude erinnert.

Pfarrer mit Zuversicht

Die Traueransprache in der Friedhofskapelle beendete der Pfarrer mit voller Überzeugung damit, dass es keine Rolle spiele wie religiös man geprägt sei und an was man glaube, denn dem Verstorbenen gehe es nun besser!

Wie hart und schwer der Abschied auch fällt, diese Aussage lindert ein wenig das Leid, weil ein Funken Hoffnung wieder da ist.


Neuigkeiten von modobonum

10. Februar 2019, claudia -

Dieses Jahr wird modobonum 9 Jahre alt. Diese Erkenntnis traf uns dieser Tage mit aller Wucht. Der erste Blog auf modobonum ging im Herbst 2010 online. 

Als wir uns die Beiträge dieser Zeit anschauten, wurde uns bewusst was wir schon alles gemacht haben. Fast 900 Blogs wurden geschrieben.

Dann gab es in den letzten Jahren eine Schaffenspause. Ausgelöst wurde diese durch unser altes Typo 3 System und die Unmöglichkeit über 800 Beiträge automatisch zu exportieren und neu einfügen zu können. Vieles haben wir in den letzten Jahres versucht, da wir den Aufwand scheuten die Beiträge alle per Hand umzuziehen.

Nun ist die Entscheidung dafür doch gefallen. Wir haben uns im Team aufgeteilt und werden alle Beiträge in das neue System überführen. Für uns bedeutet das ein Zeitaufwand von über 100 Stunden, nur für den Übertrag der Beiträge. Lange haben wir diskutiert und nochmal diskutiert ob dies Sinn macht. Am Ende bilden diese Beiträge doch auch unsere Identität. Sie zeigen etwas über Veränderungen in unserem Leben und Beziehungen.

Im Mai soll die neue Seite online gehen. Derzeit sind 1/8 aller Beiträge umgezogen. Der erste Entwurf für das neue Design ist fertig. Doch bis alles offiziell fertig ist haben wir noch viel Arbeit vor uns.

Auch haben wir über die Fortführung eines Newsletters diskutiert. Wir wissen, dass wir Menschen im Grunde genommen jeden Monat eine Erinnerung benötigen. Trotzdem klagen wir alle über zu viel Post. Um diesen beiden Anforderungen gerecht zu werden, planen wir einen RSS Feed für die neue Seite abzubilden. Dieser stellt dann auch gleichzeitig den Ersatz für den Newsletter dar. Wenn es soweit ist, gibt es dazu einen Blog der das erklärt.

Seit Februar haben wir auch eine neue Bankverbindung. Unser Konto ist jetzt bei unserer lokalen Sparkasse. Mit dem Umzug zur Sparkasse können wir nun auch SEPA Lastschriften abbilden. Daten siehe Spenden


mein Winterwunsch oder vielleicht sollte ich ....

16. Januar 2019, claudia -

Wieder einmal kommt der Weihnachtsurlaub heran und der Wetterbericht erzählt uns etwas von Wärme und Regen, gemischt von etwas Sonne. So war es für uns auch in diesem Winter. Wir sahen zu wie es regnetes und schauten etwas resigniert auf die grüne Landschaft. Obwohl es wunderschöne Wälder und Wege waren, wollte keine rechte Begeisterung aufkommen. Immer wieder war der Blick mit dem Wunsch nach Schnee vermischt. So entstand in unseren Köpfen eine Mischung zwischen der Realität die wir sahen und den Träumen die wir hatten.

Also entschieden wir im Januar noch einmal einige Tage wegzufahren. Ziel, Traum und Wunsch dieser Bestrebung war: Schnee zu erleben. Und ich kann sagen, der Wunsch danach war groß! 

Die Zeit der Abreise näherte sich und tatsächlich, es fing an mit schneien. Selbst bei uns in Landshut fiel der Schnee in großen Flocken. Innerhalb weniger Stunden hatten wir hier eine tiefe Winterlandschaft. Was für ein herrliches Bild. Alles weiß und immer wieder aufs neue schön: was für eine Stille. Als würden alle plötzlich etwas mehr Zeit haben und mit mehr Bedacht unterwegs sein.

So fuhren wir los und erreichten unser Ziel im bayrischen Wald ohne große Probleme auf der Straße. 

Auch im bayrischen Wald hatte es geschneit und es schneite immer noch weiter. Doch getreu dem Motte: "was uns nicht umbringt macht und härter" waren wir bald danach auf dem Weg an den Gipfel. 

Selbst jetzt noch eine Woche danach, spüre ich den eisigen schneekalten Wind als wir die Bergstation erreichten. Alles war in einer wunderschönen und eisigen Stimmung festgehalten. Unwillkürlich musste ich an die Landschaft im Märchen von der Schneekönigin denken. So ungefähr hätte es dort auch aussehen können.

Am nächsten Morgen spürten wir die Konsequenzen des Schnees. Dabei war der Schaden für uns eher moralischer Natur, während die dort ansässigen und arbeitenden Menschen reale Konsequenzen hatten. 

Der viele Schnee, der extrem starke Wind haben die Bäume wie Streichhölzer umknicken lassen. Die Baumkronen lagen am Boden. Die Bäume fielen einfach um. Das geschieht so schnell, dass ein reagieren nahezu ausgeschlossen ist. Erst rieselt der Baum etwas Schnee, wie ein kleiner sanfter Wind und dann fällt der Baum. Das Krachen des Baumes geschieht nebenbei und eher wenn er zu Boden fällt. 

Doch erst als der Baum 50 meter von uns zu Boden ging, hatten wir eine Ahnung von der tatsächlichen Gefahr die im Wald für uns vorhanden war.

So blieben uns die nächsten Tage wieder viele Wanderungen durch eine wunderbare Winterlandschaft erspart. Statt dessen bauten wir Schneemänner und versuchten uns im Iglubau.

 

 

meine Summary

Manchmal habe ich das Empfinden, dass es mir in meinem Leben ähnlich geht. Es gibt Dinge die ich mir wünsche, ... so sehr wünsche! Wenn sie dann wirklich eintreffen bin ich enttäuscht. 

Manchmal gibt es Wünsche die ich mir so sehr wünsche und der Wunsch geht nicht in Erfüllung. Dann diskutiere ich mit Jesus und gelegentlich bin ich in der Wortwahl ihm gegenüber dann auch nicht sehr wählerisch. Dabei gibt es die klassische warum Frage natürlich auch. 

Als ich den Baum dort krachend zu Boden fallen sah wurde mir bewußt, dass es tatsächlich Wünsche gibt die besser nicht erfüllt werden sollten. 

So habe ich für mich entschieden, dass ich das nächste Mal wenn mein Wunsch nicht in der gewünschten Form Realität wird, als erstes meinen Wunsch überarbeite. Das nimmt mir den Frust und drückt wohl etwas mehr Vertrauen Jesus gegenüber aus. 

Wie ich das mache? Ach das ist einfach. Ich spreche mit Jesus und bitte ihn um ein Upgrade meinem Wunsches. Wenn der Wunsch nicht Realität wird, dann klappt das mit dem Upgrade. Das habe ich diese Woche schon ausprobiert.

 

 


meine und deine Wünsche für 2019

06. Januar 2019, claudia -

Ein neues Jahr hat begonnen!

Noch 359 Tage verbleiben uns bevor der Kalender ein weiteres neues Jahr bringen wird.

Wenn etwas Neues beginnt, ist vorher etwas zu Ende gegangen. Denken wir zurück, fallen uns oft die weniger schöne Erlebnisse ein. Dinge die nicht so liefen wie wir sie uns wünschten. Während wir uns erinnern, wollen uns die zu den Erlebnissen gehörenden Emotionen gefangen nehmen. Enttäuschung macht sich breit, ein schaler Mundgeschmack will sich einstellen.

Doch stop, während wir noch in diesen Erinnerungen hängen, kommt in unserem Unterbewusstsein automatisch der Wunsch nach gutem Neuen hervor. Träumen, Hoffnung haben auf Neues, dass ist etwas wonach wir uns sehnen. Der Blutdruck geht runter, der Puls wird langsamer und der im Gesicht verziehen sich ein paar Muskeln zu einem Lächeln. Und dann fangen wir an mit träumen.  ...

Denke ich an das neue Jahr, dann wird es ein Jahr mit vielen Veränderungen werden. Auch bei modobonum ziehen Veränderungen am Horizont auf. Doch dazu gibt es später mehr.

Freunde von uns wünschen sich Menschen die aufstehen und nicht den Kopf in den Sand der Gesellschaft stecken. Sie wünschen sich mehr Sicherheit und weniger Beliebigkeit. Sie wollen Einfluss nehmen und Dinge anpacken.

Was wünschst du dir für diese Jahr? 

Einen langen Urlaub um die in deinen Gliedern steckende Erschöpfung herauszuschütteln? Zeit für dich selbst um Fragen, die schon lange im Raum stehen, richtig beantworten zu können? Oder ist es einfach nur ... LEBEN.

Wir von modobonum wünschen dir viel Freude in diesem Jahr. Wir wünschen dir Gemeinschaft und Beziehungen die Konflikte aushalten und nicht daran zerbrechen. 

Wir wünschen dir ein gutes Gespür für dich selbst und damit verbunden viel Gesundheit.

Und wir wünschen dir, dass du am Ende des Jahres sagen kannst: es war ein gutes Jahr!


Empfehlung - Die neuen Abenteuer eines Taugenichts

07. Januar 2018, claudia -

von einem, der auszog

Die neuen Abenteuer eines Taufenichts oder von einem, der auszog, das Glück zu suchen. Einmal Deutschland - Indien und wieder zurück. Warum ich euch dieses Buch von Dirk Oskar Hellmann empfehlen möchte, lest selbst:

Bei uns in Landshut treffen sich einmal im Monat Christen aus den unterschiedlichen Kirchen um gemeinsam Gott anzubeten. Dabei gestaltet jedesmal eine andere Gruppe diese gemeinsame Zeit. Beim Lobpreis im Dezember waren Dirk Hellmann und seine Frau verantwortlich. Bis zu besagtem Buch kannte ich ihn nur als den Leiter vom "guten Land" in der Nähe von Landshut. 

In einer Wohngemeinschaft werden suchtkranke Männer im Alter von 18-45 Jahren, die entschlossen sind, aus ihrer Sucht auszusteigen und eine ausreichende Motivation für ein christliches Betreuungsangebot haben aufgenommen. Dazu gehören Probleme mit Drogen-, Alkohol-, Medikamenten-, Mehrfachabhängige und Spielsüchtige. 

„Wir haben es uns vor 35 Jahren zur Aufgabe gemacht, für Menschen da zu sein, die von der Gesellschaft längst aufgegeben worden sind. Denn für uns gibt es keine hoffnungslosen Fälle“ sagte Dirk Hellmann anläßlich einer Spendenübergabe

Nach einer wunderbaren gemeinsamen Zeit des Lobes und des Gebetes entdeckte ich am Ausgang ein Buch und fing an zu lesen. Dabei raffte ich am Anfang gar nicht, dass es sein eigenes Leben war, dass dort ganz einfach und ohne schriftstellerische Schnörkel beschrieben wurde.

Hellmann kommt aus schwierigen Familienverhältnissen. Beide Eltern alkoholkrank, mit den fünf Kindern überfordert, wird er auf der Suche nach Freiheit, Unabhängigkeit und Sinn am Ende zum Junkie. Damit war das Leben mit Anfang zwanzig eigentlich schon zu Ende. 

Seine Lebensgeschichte quer durch Europa, Indien, Pakistan und wieder zurück auf 178 Seiten ist schnell gelesen. Nachdem ersten lesen, lohnt es sich das Buch nach einigen Tagen ein zweites Mal zur Hand zu nehmen. Vieles steht zwischen den Zeilen und wird nicht explizit ausformuliert. Gerade deswegen fallen die Kleinigkeiten und Details auf den ersten Blick nicht auf.

Wer bereit ist, sich auf das Buch einzulassen, wird nicht nur eine spannende Lebensgeschichte lesen sondern einen Gott der kleinen Dinge kennen lernen, der in Fürsorge seine Hände über Dirk und damit auch über uns Menschen hält, ohne das wir es merken.

Am Ende des Buches " Die neuen Abenteuer eines Taufenichts" gibt es weitere Buchempfehlungen rund um die Themen Sucht und Abhängigkeit. Erschienen ist das Buch im Blaukreuz Verlag und kostet im Onlineshop 13,50 EUR

Ich persönlich habe mit diesem Buch einen Blick in eine für mich komplett fremde Welt erfahren und neue Einblick geschenkt bekommen. Vielen Dank für diesen offenen Lebensbericht.


mein persönlicher modobonum Jahresrückblick

31. Dezember 2017, claudia -

Chaos und Struktur

Blicke ich in dieses Jahr zurück, dann sieht es auf dem ersten Blick nach einer leichten Orientierungslosigkeit, gepaart mit Chaos aus. Bei modobonum, nein besser gesagt, im Leben von uns allen ging es etwas drunter und drüber.

Vor langer Zeit habe ich die Chaostheorie kennen gelernt. Diese besagt, dass auch hinter einem scheinbaren Chaos ein Ordnungssystem steht. Diese Theorie wurde damals getestet, um das Phänomen des plötzlichen Herztodes zu erforschen. Ich kann mich noch gut an die graphischen Darstellungen des Herzschlages in einem 3D Modell erinnern. Obwohl etwas scheinbar chaotisch und damit willkürlich ist, gibt es dahinter doch ein mathematisches Modell und damit klare Strukturen.

Schaue ich auf unseren Planeten und die Geschehnisse in diesem Jahr zurück, dann fühlt es sich so an, als ob unser Planet im Chaos versinkt.

Da gibt es die diversen Herrscher dieser Welt, die ihre Macht erhalten und ausbauen wollen. Es gibt eine Natur, die immer weniger berechenbar ist. Unternehmen bauen ihre eigenen Regeln und Gesetze, die Ungleichverteilung von Vermögen und Besitz nehmen zu, … .

Alles das macht die Welt nicht zu gerade zu einem sympathischen und lebenswerten Ort.

Doch mitten in diesem ganzen Chaos, gibt es Menschen die sich für andere einsetzen. Sie unterstützen Menschen die sie nicht kennen. Während wir im Alltag oft einen scheinbaren Rückgang von Fürsorge wahrnehmen bin ich mir nicht sicher ob das Objektiv betrachtet wirklich stimmt.

Seit den 90iger Jahren werden jedes Jahr neue Rekorde aufgestellt, beim Packen und Versenden von Kinderpaketen an Weihnachten. Die Sternstunden auf Bayern 3 haben in diesem Jahr an einem Tag über 7 Millionen Euro gesammelt. Eine syrische Flüchtlingsfrau hilft anderen Frauen dabei, Deutschland zu verstehen. Menschen laden Fremde zu einem gemeinsamen Weihnachtsessen ein, nur um ihnen eine Freude zu machen. Und so könnte ich die Liste weiterführen.

Brauchen wir Chaos damit Neues entstehen kann? Entdecken wir erst in Zeiten des Chaos, was wirklich wichtig ist. Dass wir einander brauchen und nur im Für- und Miteinander wirklich leben können? Jetzt wird es Zeit das scheinbare Chaos in diesem Jahr neu bewerten. Bei manchem Geschehen entdecken wir dann wohl doch mehr als nur Chaos. Wir entdecken neue Freunde und Menschen, die zu uns stehen. Wir entdecken, wie Verluste neu gefüllt werden. Ja, ich gebe zu, nicht immer wie ich es mir gewünscht habe. Aber ist es nicht meine Entscheidung, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist?

Dankbarkeit und Neugier

Am letzten Tag dieses Jahres, blicken wir voller Dankbarkeit zurück. Dankbar, weil wir erlebten, wie ein persönlicher Vater seine Hand über unsere Familien gehalten hat. Dass wir leben, ist ein Geschenk, nein, es ist ein Wunder.

Blicke ich aus dem Fenster sehe ich bereits heute am Jahresende wie die Forsythie grüne Blätter bekommt. Bleiben die Temperaturen so frühlingshaft, wird die Forsythie bereits im Januar blühen. Auch wenn unsere Forsythie damit wohl 6 Wochen zu früh sein wird, freue ich mich an den austreibenden Blüten, an dem Neuen, das entstehen wird.

Und so blicken wir mit Zuversicht und einer großen Portion Neugier in das neue Jahr. Wann wird die Forsythie blühen? 


Unspoken - Higher

08. Juli 2017, claudia -

Höher

Alex und ich suchen regelmäßig nach Lobpreismusik im Internet. Hierbei fallen uns immer wieder einzelne Videos auf, die uns zum Nachdenken bringen.

Hier haben wir ein Video gefunden, dass uns beiden sehr gefällt. Deshalb wollen wir es mit dir teilen.

Falls du Musikvideos kennst, die dir gefallen, dann schreib doch einen Kommentar mit Link dazu. Vielen Dank!


Das Samariter-Experiment

08. Juli 2017, marcus -

Anderen Personen Hilfe zu leisten würde wohl so ziemlich jeder als wichtig erachten. Egal ob es um Kleinigkeiten wie das Aufheben einer Tasche geht oder um Erste Hilfe bei Unfällen, Menschen helfen einander. Woran kann es aber liegen, wenn Menschen nicht oder kaum helfen? Wie wirken sich die Umstände auf ihre Hilfeleistung aus? Dieser Frage sind die beiden Forscher Darley und Batson anhand des „Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter“ nachgegangen - und haben erstaunliche Ergebnisse zu Tage gebracht. 

 

Unmoralisch - oder doch nicht?

Wenn Menschen anderen keine Hilfe leisten oder nur in unzureichendem Maße, dann halten wir sie schnell für unmoralisch. Es drängt sich die Frage auf, ob dies die einzige Erklärung für ein solches Verhalten sein kann oder ob es vielleicht andere, weit tragendere Gründe geben könnte. Die beiden Forscher Darley und Batson sind der Fragestellung, wie sich situationale Faktoren (die Situation) und dispositionale Faktoren (die momentanen Gedanken) auf die Hilfeleistung in einer Notsituation auswirken können, in einer Studie nachgegangen.

Die Studie vom barmherzigen Samariter

Inspiriert vom Gleichnis des Barmherzigen Samariters haben sie sich Theologiestudenten als Testpersonen herausgesucht. Diese wurden eingeladen an der Studie teilzunehmen - allerdings wurde ihnen der wahre Grund der Untersuchung vorenthalten. Wie bereits erwähnt sollten die Einflüsse von momentanen Gedanken und der Situation auf Hilfeverhalten untersucht werden. Um die zu erreichen wurden den einzelnen Testpersonen unterschiedliche Aufgaben gestellt und gleichzeitig die situationalen Gegebenheiten leicht abgeändert.

Manipulation der dispositionalen Faktoren (momentane Gedanken)

Der einen Gruppe an Testpersonen wurde erzählt, dass es ihre Aufgabe sei einen Vortrag über berufliche Zukunftschancen von Theologiestudenten zu halten. Die andere Gruppe sollte ihre Gedanken über das Gleichnis des barmherzigen Samariters in einem Vortrag darlegen. So wurde dafür gesorgt, dass die eine Gruppe sich in Gedanken vorrangig mit weltlich-alltäglichen Themen beschäftigte, die andere mit moralischen Fragen.

Manipulation der situationalen Faktoren (Situation)

Jede der beiden Gruppen erhielt wiederum drei unterschiedliche Angaben, um die Situation unterschiedlich zu gestalten. Dieser Unterschied stellte in Form von „Zeitdruck“ dar. Einigen Teilnehmern wurde gesagt, sie hätten noch genug Zeit um sich Gedanken zu machen und in das andere Gebäude zu gehen, in dem der Vortrag stattfinde. Weiteren wurde gesagt, sie sollten losgehen, dann hätten sie drüben noch ein wenig Zeit. Wieder anderen wurde gesagt sie sollten sich beeilen, sie wären bereits spät dran.

Ablauf des Experiments

Nach der Instruktion machten sich die Teilnehmer auf den Weg in ein anderes Gebäude um dort ihren Vortrag zu halten. Sie begegnet dabei einem Mann der in der Nähe der Türe nach draußen auf dem Boden lag und den Anschein erweckte, er bräuchte Hilfe. Der Mann war eingeweiht und bewertete gleichzeitig das Verhalten der Teilnehmer ihm gegenüber auf einer mehrstufigen Skala.

Nach dem Vortrag wurden die Teilnehmer noch befragt und über das Experiment aufgeklärt.

Ergebnis

Anders als man erwarten würde, hatten die Gedanken, mit denen sich die Teilnehmer beschäftigten eher weniger Einfluss auf das gezeigte Verhalten, zumindest nicht in einem signifikanten Maß. Sehr großen Einfluss auf ihr gezeigtes Verhalten hatte jedoch der „Zeitdruck“ mit dem sie unterwegs waren. Diejenigen mit der wenigsten Zeit zu ihrer Verfügung zeigten im Schnitt auch am wenigsten Hilfeverhalten - ein erstaunliches Ergebnis. Dies deckte sich auch mit der Befragung, die im Anschluss stattfand. Auf die Frage, wieso sie dem Menschen nicht geholfen hätten, gaben viele an, dass sie den Menschen zwar gesehen hätten, aber gar nicht darüber nachgedacht hätten ob dieser Hilfe brauchen könnte oder nicht. Sie waren wegen ihrer wenigen Zeit und der gestellten Aufgabe einfach so in Gedanken, dass sie den Menschen zwar gesehen aber gar nicht wirklich wahrgenommen hatten.

Was können wir nun aus dieser interessanten Untersuchung mitnehmen?

Menschen sind oft nicht so, wie sie für uns zu sein scheinen. Wie haben einfach viel zu wenig Einblick in ihre tatsächlichen Gefühle und Gedanken. Wenn wir jemanden kaum kennen, dann sollten wir sehr vorsichtig sein, Handlungen und Aussagen in Persönlichkeitseigenschaften zu verwandeln - wir könnten damit weit daneben liegen.

Wenn wir andere Menschen beobachten sind wir leider stets geneigt, Handlungen ihren Persönlichkeitseigenschaften zuzuschreiben. Verhalten wir uns jedoch selbst unangebracht, erachten wir meist Umstände oder Faktoren außerhalb von uns als ursächlich für unser Handeln. Wir sollten auch anderen Menschen zugestehen, dass Verhalten durch weit mehr als allein durch Persönlichkeitsfaktoren bestimmt ist.

Wir sollten also etwas nachsichtiger gegenüber Menschen sein, von denen wir denken sie hätten uns absichtlich nicht geholfen - vielleicht waren sie einfach nur zu beschäftigt. Wir könnten uns auch vornehmen weniger Dinge in unseren Tag zu packen, früher loszufahren und mehr Zeit mitzubringen. Vielleicht nehmen wir so die Menschen besser wahr, die um uns herum Hilfe brauchen.

Originalstudie: Darley, J. M., & Batson, C. D. (1973). From Jerusalem to Jericho: A study of situational and dispositional variables in helping behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 27, 100-108 


Was die Natur, die Wilhelma und das Kreuz miteinander zu tun haben

18. Juni 2017, claudia -

Rob Bell - Everything is spiritual

Vor einigen Jahren waren Alex und ich in den USA unterwegs. In einem Buchladen fanden wir eine DVD mit einem Vortrag von Rob Bell "Everything is spiritual" und nahmen diese mit nach Deutschland. Immer wieder haben wir den Vortrag fasziniert gelauscht.

Darin erzählt er von der Größe und Vielfalt dieser Erde. Er setzt große Dinge wie unser Sonnensystem ins Verhältnis zu kleinen Dingen wie dem Quarks

Dabei ist sein Redestil unterhaltsam und anschaulich. Für uns als naturwissenschaftliche Laien ist mit dem Vortrag auch noch gleich eine Nachhilfestunde in Bezug auf unsere Natur verbunden.

Gegen Ende dieses Vortrags kommt er auf das Geschenk vom Kreuz zu sprechen. Er redet von dem erstaunlichen Opfer Jesus am Kreuz.

Entweder ist dort mein Englisch ausgestiegen, hm ich weiß es nicht. Denn wie er zu Jesus kommt, konnte ich nicht genau erklären was die Natur und der Tod Jesus miteinander zu tun haben. 

Er redet von der Liebe Gottes, aber für mich war sein Vortrag an dieser Stelle unbefriedigend. Für mich fehlte ein Bindeglied, zwischen den Wundern der Erde und Jesus.

... und so vergingen die Jahre

Die Wunder und die Liebe

Die Familie von Alex lebt in der Nähe von Stuttgart. Immer wieder erzählte Alex von der Wilhelma und wie schön es dort sei

Doch am Wochenende, wenn das Parkhaus bereits vor Öffnungsbeginn überfüllt ist, wollten wir nie hin. So hat es 15 Jahre gedauert bis ich das erste Mal in die Wilhelma hinein kam. Aus Anlass eines runden Geburtstages gab es Urlaub und die Wilhelma war dran. 

Obwohl wir nicht bei den Erdmännchen waren, was einen neuerlichen Besuch innerhalb der nächsten 15 Jahre rechtfertigt, war es ein sehr schöner kurzweiliger Nachmittag.

Die Anlage mit der Mischung von zoologischem und botanischem Garten läßt jeden Besucher seine persönlichen Favoriten finden.

Während wir so von den Pflanzen zu den Vögeln, Fischen, Insekten zu den Seepferden und großen Raubkatzen gingen, erstaunte mich die unendliche Vielfalt auf unserer Erde.

Wenn wir uns von unserem Alltag gefangen nehmen lassen, dann fällt jegliche Vielfalt unserer Natur schnell hinten runter. Da geht es nur um eine schnelle Internetleitung, reibungslose Prozesse und wenig Verkehr auf der Straße. Doch Natur, die Vielfalt um uns herum fällt dabei komplett aus unserer Wahrnehmung.

So stand ich staunend im Zoo und fragt mich, was sich Gott wohl dabei gedacht hat. Hat er lachend da gestanden, als der Elefant seinen langen Rüssel bekam. Was hat er sich überlegt als er die Hummel schuf, ein Tier was aus menschlicher Sicht nicht fliegen können sollte. 

Während wir so von Tier zu Tier gingen, wurden mir zwei Dinge neu bewußt:

1. Gott liebt! Sonst wären die Tiere nicht so kreativ. Nur Liebe läßt Kreativität wachsen und gibt Raum zum Entfalten.

2. Gott kann Dinge tun von denen wir weniger als keine Ahnung haben. YHWH der Gott der Bibel läßt sich von uns Menschen nicht in unser Denkschema pressen. Er ist anders, weil er liebt.

3. Die Natur dieser Erde besteht auch heute noch aus einer Unmenge an nicht erklärbaren Wundern. Egal wie sehr wir Menschen uns auch bemühen und wie viel wir auch versuchen zu erklären und zu bestehen, Wunder werden bleiben und neue Wunder werden dazu kommen.

Riesenschmetterling
 

Das Wunder am Kreuz

Kannst du jemanden in einfachen Worten erzählen, wieso der Tod Jesus am Kreuz alles gut macht?

Wir verstehen, dass wir jemanden brauchen der den ganzen Schmutz und alles Versagen heilt. Wir können beschreiben, das Jesus das am Kreuz getan hat. Wir können aus unserem eigenen Leben erzählen, wie er Neues schafft. Doch ganz am Ende geht es darum, dass was die Bibel über Jesus schreibt zu glauben oder nicht. Ganz am Ende ist es einfach eine Entscheidung: JA oder NEIN.

In der Bibel wird immer wieder davon geschrieben, dass wir Menschen Gott durch die Natur erkennen können. Und damit sind genau die Wunder in der Natur gemeint. Lassen wir uns auf die Vielfalt und die Kreativität Gottes ein, dann können wir ihm begegnen. 

Sehen wir seine Größe, dann fällt es uns leichter JA zu sagen zu dem was wir nicht verstehen können.

Doch es gibt noch mehr, aber das ist ein anderer Blog.


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